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Punk / Rock - CDEP
The Dirtbombs - If You Don´t Already Have A Look
Die Dirtbombs aus Detroit sind die Band von Sänger /Gitarrist Mick Collins. Bassist und Produzent ist meistens der vielbeschäftigte Jim Diamond, der trotz Jack Whites mittlerweile gegenteiligen Behauptung das erste White Stripes- Album mitproduziert hat. Obwohl es seit 1995 schon einige auch durchaus gelungene Alben dieser in ihrer Besetzung ständig wechselnden Garage- Rocker gibt, haben bei Collins Singles und EPs höchste Priorität.
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Im Booklet unterstreicht Mick Collins, daß nur ein Format von maximal etwa 12 Minuten Musik seine unverdünnte kreative Energie erfassen kann. Compilation-Alben mag er aber auch, denn die bestehen ja immerhin aus Singles. So auch die aktuelle Doppel-CD. CD eins bilden die Eigenkompositionen, der brachiale Zwei-Schlagzeuge-und-Ebensoviele-Bässe-Sound wird durch viele gelungene Popzitate erfolgreich aufgelockert, zum Beispiel wird bei „Here Comes That Sound Again“ glatt die Melodie von Peter Schillings "Völlig Losgelöst" geklaut und das wohl auch noch mit voller Absicht. Andere Titel wie "(I´m Not Your) Scratchin´ Post" oder "They Hate Us In Scandinavia" bedürfen keiner näheren Erläuterung.
Die zweite CD besteht gänzlich aus Cover- Versionen, und die Bandbreite ist erstaunlich. Neben einigen naheliegenden Einflüssen wie Gun Club, Stevie Wonder, Smokey Robinson oder den Rolling Stones ("No Expectations" mit Backgroundgesang von Sympathy For The Devil und Hey Jude!) hören wir ironiefreie Interpretationen von Elliott Smith, den BeeGees oder Soft Cell, was man von so brutalen Rockern aus der Motor City wohl als letztes erwartet hätte. Als Krönung gibt es dann auch noch "Tanzen Gehn" von Hubert Kah, Mick Collins gibt dabei zu, kein Wort, das er gesungen hat, je verstanden zu haben. Nachdem die Dirtbombs 2001 mit "Ultraglide In Black" eine Cover- Versionen-CD mit Songs von Collins´ schwarzen Lieblingssängern aufgenommen haben und die Bonustracks von "Dangerous White Noise" (2003) Covers von Brian Eno bzw. Robyn Hitchcock waren, mußte man bei der aktuellen Singles- Compilation zwar auf einige Überraschungen gefaßt sein, aber hier wurden selbst meine kühnsten Erwartungen übertroffen.
Neben der Unberechenbarkeit und dem Einfallsreichtum ist natürlich die dreckig soulige Stimme von Mick Collins die Hauptwaffe der Dirtbombs, deren Grundsound sich meistens zwischen dem der MC5 und Dead Kennedys ansiedelt. Ansonsten überzeugen eine erfrischende Spielfreude und das Selbstverständnis, daß sie Musik sehr ernst nehmen, aber keineswegs sich selbst. Für mich repräsentieren sie somit auch den Geist von dem, was alternative Popmusik oder Indierock sein sollte. Diese abgestandenen Hilfsbegriffe werden zwar zum Glück niemals ausreichend definiert werden können, das Werk der Dirtbombs alleine kommt der (oder zumindest meiner) Wahrheit aber sehr nahe.
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