DJ Eugen - High Quality Alternative Music
     
     
     
     
 

Nächster Termin: Do, 9.2.2012 - 20:30
Cafe Concerto - DJ Eugen: I Was A Male DJ - Bride

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Post Punk / Americana / Alternative Pop-Rock - CD

Smith, Patti - Twelve

Patti Smith liefert auf ihrem neuen Album nur Cover - Versionen. So etwas ist immer eine sehr heikle Angelegenheit, und auch bei der guten Frau Smith gelingt das Unterfangen nur mit mehr oder weniger großem Erfolg.
Meiner persönlichen Meinung nach gehören Cover - Versionen eigentlich auf die Rückseiten von Singles, sollten auf EPs Platz finden oder bei Konzerten als Zugaben gespielt werden. Selten liefern sie als Alben befriedigende Ergebnisse. (Die Ausnahmen hab ich gleich mal in meiner Best Of - Kategorie gelistet). Nachdem Patti Smith bereits 1978 eine Sammlung ihrer Lieblingssongs erdacht hat, wie sie im Booklet schreibt, wollte sie es mit fast 30 Jahren Verspätung auch verwirklichen, was ja auch wirklich zu verstehen ist.
Die Songauswahl ist halt leider nicht besonders originell, und bei einigen ihrer Vorbilder muß sie sich einfach ein bißchen zu sehr strecken. Das Original von Jefferson Airplane´s "White Rabbit" ist einfach nicht zu übertreffen, und dem Song ist auch keine weitere Dimension hinzuzufügen. Dasselbe gilt für Paul Simon´s "The Boy In The Bubble", da kann sich der ausgezeichnete Lenny Kaye an der Gitarre noch so bemühen, an das Akkordeonspiel von Forere Motloheloa kommt er halt nicht heran, und mit Simon´s unnachahmlichem Gemurmel in Kombination mit einer sehr losen Phrasierung kann es höchstens ein Michael Stipe aufnehmen. (Wär wirklich gar keine schlechte Idee, wenn R.E.M. das Lied covern würden). Ansonsten gibt es halt die üblichen Verdächtigen wie Hendrix, Dylan, Young und The Doors. Patti Smith macht dabei nichts falsch, bewegt sich aber auf der sicheren Seite, Dylan´s "Changing Of The Guards" hat aber immerhin einen gewissen Verve. Die originellste Songauswahl ist "Everybody Wants To Rule The World" von Tears For Fears, aber im Unterschied zu Michael Andrews´ Cover von "Mad World" ist Patti Smith zu nah am Original. Nirvana´s "Smells like Teen Spirit" ist der einzige wahre Höhepunkt, da hat man das Gefühl, daß Patti im Turnsaal mit den Cheerleadern und dem alten Mann mit dem Besen (oder war es ein Wischmopp) tanzt, barfuß natürlich.
Zum Abschluß gibt es dann noch Stevie Wonder´s Pastime Paradise, das nicht viel besser ist als die Adaption von Coolio (also "Gangster´s Paradise"). Alles in allem ist die Platte nicht schlecht, und die Fans werden sich natürlich freuen, Klassiker ist es aber keiner.

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