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Psychedelic / Punk / Americana / Folk / Pop / Alternative Pop-Rock
Primavera Festival - Barcelona 2007
Eigentlich bin ich sonst eher reisefaul, aber ein Musikevent der besonderen Art hat mich zum Sommeranfang doch wieder einmal von meiner Heimat weggelockt. Nicht nur wegen der tollen Musik wurde ich gleich ein Fan von Barcelona. - Als Mitglied von Real Madrid hätte ich auch nie im Leben geglaubt, daß ich jemals so einen Satz von mir geben würde....
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Seit 2001 wird mit dem Primavera Sound eines der wichtigsten Musikfestivals Europas ausgetragen. 2005 wechselte die Location zum Parc del Forum, wo über fünf Bühnen verteilt die Elite der modernen Pop, Rock, Underground und Electronic-Musik versammelt ist. Die Dichte an hervorragenden Acts erzeugt bei einem engagierten Musikfreund mitunter heftigen Festivalstress, und die Liste der durch Überschneidungen verpaßten Konzerte liest sich fast so gut wie die die der erlebten. Zum Beispiel blieben eigentlich unverzichtbare Highlights wie White Stripes, Wilco, Built To Spill, Hot Chip, Black Mountain, Brightblack Morning Light, Portastatic, Architecture In Helsinki usw. von mir ungehört.
Dafür wurde ich mit einer mehr als feinen Auswahl von persönlichen Lieblingen verwöhnt, wie ich sie mir bei Festivals sonst nur erträumen hätte können. In im Nachhinein nur mehr grob geschätzter Chronologie hatte ich das Vergnügen mit Herman Düne, The Dirty Three, Comets On Fire, Blonde Redhead, The Melvins, Slint, The Fall, Billy Bragg, The Good, The Bad & The Queen, Beirut, Elvis Perkins, Modest Mouse, Low, Patti Smith, Kimya Dawson, The Apples In Stereo, Oakley Hall, Robyn Hitchcock & The Venus 3 und Jonathan Richman.
So war auch der immanente Festivaldruck mit Schlange-Stehen, Bierbons-Kaufen und wieder Schlange-Stehen zu ertragen. Meine beeindruckendste Neuentdeckung in Barcelona ist Elvis Perkins, der mittlerweile auch schon schon sein Debüt-Album "Ash Wednesday" veröffentlicht hat. Der Sohn des mittlerweile verstorbenen Anthony Perkins hat mit bestem Songwriter-Pop á la Rufus Wainwright oder The Decemberists überzeugt.
Beirut, Billy Bragg und Kimya Dawson konnten neben ihren exzellenten Darbietungen die meisten Sympathiepunkte verbuchen, während ein aufgedrehter Jonathan Richman, obwohl er ein außergewöhnlich kurzes Set spielte, für die lustigsten Momente sorgte: Fast das gesamte Set in gebrochenem Spanisch vorgetragen mit Ausnahme von "I Was Dancing In The Lesbian Bar", das er mit den unvergesslichsten Tanzeinlagen, die ich je erlebt habe, gekrönt hat.
Robyn Hitchcock gab sich mit seinen ausgezeichneten Venus 3 diesmal mehr rockig als exzentrisch, was ihm durchaus gut zu Gesicht stand, und die wiedervereinigten Slint gaben ihr Slowcore - Meisterwerk "Spiderland" zur Gänze zum Besten. Im Zuge des aktuellen Festival-Trends, daß Bands einfach ein klassisches Album in voller Länge spielen, stellten sie für mich eine der wenigen Ausnahmen dar, bei denen ein solches Unterfangen auch wirklich Sinn macht.
Die "All Tomorrow´s Parties"-Bühne lieferte am Freitag das beste "Doppelpack", zuerst rockten Modest Mouse mit dem frisch rekrutierten Johnny Marr von Mitternacht bis eins, um dann mit Low aus Minnesota das magische Highlight des gesamten Festivals folgen zu lassen. Die kleinen Fan-Sticheleien wie "Mormones, Mormones" kosteten Alan Sparhawk nur ein müdes Lächeln, dann entführte er uns gemeinsam mit Gattin/Schlagzeugerin Mimi Parker und Bassist Matt Livingston in andere Sphären. Der Schwerpunkt lag auf dem neuen Album "Drums And Guns", dem vielleicht sogar besten ihrer ausgezeichneten Karriere. Ihre oft eher in Richtung Stillstand gekehrte Version des Slowcore hat mittlerweile mehr Dynamik gewonnen, ohne dabei an Spannung zu verlieren.
So, nun ist nur mehr der Preis für das beste Kostüm zu vergeben, und der gebührt dem Keyborder von den Apples In Stereo. Ein Anzug aus unzerstörbarem Weltraummaterial (oder ist es nur andalusisches Dackelblech) in der ärgsten Nachmittagshitze nötigt mir einigen Respekt ab.
Muchas Gracias noch an die Herren Raul und Luis Fernandez De La Reguera für Unterkunft bzw. Technical Support!
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Catalan Connection: Raul Fernandez
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Luis, Anna und Paula Fernandez
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Progresive LoFi from Outer Space: The Apples In Stereo
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Songs about Sex and Death: Robyn Hitchcock & The Venus 3
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Patti Smith, wer sonst
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Damon Albarn + Paul Simonon + Tony Allen = The Good, The Bad & The Queen
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